Pöllinger Schule:

Die Pöllinger-Schule ist aus jahrelanger Unterrichtspraxis heraus entstanden. In dieser Zeit sammelten sich Ideen, die nach und nach zu Papier gebracht wurden. Viele dieser Ideen entstanden auf der Bühne.
Musikschule und Musikant: zwei Begriffe, die es zu vereinen gilt. Dass dies den beiden Musikern gelungen ist, zeigt die Zahl von über hundert Musikschülern, die bei der größten Vorspielstunde im Rahmen der Kärntner Landesmusikschule ihr Können präsentieren.
Die Harmonika ist ein Musikanteninstrument. Für jeden Schüler ist es daher wichtig, die Bühne zu betreten, sei es beim Vorspiel im Familienkreis, auf einer Almhütte, beim Kirchtag oder anderen Festen. Kinder brauchen Applaus, den Lohn für's tägliche Üben. Auf der Bühne gewinnt man Routine und Erfahrung. Ein Fehler ist kein Fehler mehr, wenn man daraus eine Improvisation machen kann.


Konkret handelt es sich bei der Pöllinger-Schule um drei "Griffschrifthefte" (Leicht/Mittelschwer/Fortgeschrittene), von denen die beiden letzteren noch in Vorbereitung sind. Band 1 beinhaltet die Einführung in die traditionelle Griffschrift und leichte, melodiöse Stücke, die von jung und alt gerne gespielt werden. Herbert Pöllinger legt auch sehr viel Wert auf technische Übungen mit fünf Fingern, Akkordstudien für Begleitung und das Bassspiel mit vier Fingern.

Doris und Herbert bevorzugen in der Musikschule die G-C-F-B - Stimmung, die in Verbindung mit der Musiklehre (Klangschrift) unbestreitbare Vorteile hat. Auch auf das Zusammenspiel wird viel Wert gelegt, sei es in Verbindung mit anderen Instrumenten oder im Harmonikaensemble.
Eine große Rolle spielt die Entwicklung des Griffbretts, sowie das Bass-System.
Griffbrett: Die dritte und vierte Reihe hat in der Tiefe jeweils um einen Knopf mehr, was sich grifftechnisch und auch im Akkordspiel positiv auswirkt, da man im Verlauf die tiefe Oktave greifen kann.
Die Pöllinger-Bässe: Der in Griffschrift bezeichnete D/d-Bass (wird anderswo oft als Übergangsbass der zweiten Reihe bezeichnet) ist ein Mollbass.

Die weitverbreitete Meinung, die Diatonische Harmonika sei ein reines Dur-Instrument, wird hier widerlegt. Man hört immer wieder Stücke, in denen Passagen, die Moll verlangen würden, irgendwie umspielt werden. Durch den Mollbass ergibt sich in der Begleitung die Möglichkeit, vieles harmonisch richtiger und Stücke zu spielen, die bisher als ungeeignet für die Harmonikas galten. Die hohe Oktave im G-Bass (Übergangsbass der dritten Reihe), die in Dur gestimmt ist, hat den Vorteil, dass die Stimmzunge auch im Staccato-Spiel leicht anspricht und in Verbindung mit dem ebenfalls hoch gestimmten D-Mollbass auf Zug melodiöse Bassgänge gespielt werden können. Es entstehen viele neue Möglichkeiten, die die Bassseite ihrer ehemaligen Begleitfunktion entheben und ihr ähnliche Geltung zukommt wie dem Diskantspiel. Der Wechselbass zur Subdominante der dritten Reihe geht durch den Mollbass nicht verloren, sondern ist der Grundbass der vierten Reihe, den man mit dem kleinen Finger spielt.

Schon vor vielen Jahren haben verschiedene Harmonikaerzeugerfirmen die Vorschläge von Herbert Pöllinger übernommen und serienmäßig in ihre Modelle eingebaut. Die Pöllinger-Schule arbeitet in erster Linie mit einem vierreihigen Schulinstrument (dhp-Modell), was aber nicht heißen soll, dass man mit einer dreireihigen Harmonika nicht beginnen kann. Diese kleine und für Kinder leichte Harmonika wurde auf Herbert Pöllingers Vorschlag hin von bekannten Firmen in Serie gebracht und ist ein ideales Instrument für die ganze Schulzeit.
Als Ergänzung zur Pöllinger-Schule ist natürlich auch andere Literatur jederzeit willkommen. Das Auswendigspiel besitzt nach wie vor großen Stellenwert.
Für Auskünfte, Fragen und Tipps stehen Doris und Herbert Pöllinger gerne zur Verfügung.

 


Harmonikarseminare in Holland mit Doris und Herbert



20 Jahre Harmonikaunterricht bei Herbert Pöllinger


Anlässlich seines 20-jährigen Lehrerjubiläums hatte Herbert Pöllinger die Idee, einmal eine Vorspielstunde der ganz anderen Art zu machen.
Mit viel Eigeninitiative lud er am 15. Juni 2002 alle Schüler, die in dieser Zeit von ihm unterrichtet worden waren, in die Tennishalle Spittal/Drau zu einem wohl einmaligen Harmonika - Klassentreffen ein, das zu einem wunderschönen Fest wurde.
Alt und jung kam zusammen, man tauschte Erinnerungen aus, besah die Fotogalerie, wie auch die Harmonika - Ausstellung und genoss die Darbietungen der über 90 Musikschüler des Schuljahres 2001/02, die das Programm gestalteten und vor allem beim großen Finale mit viel Applaus bedacht wurden.
Höhepunkt des Festes war sicher die Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens der Gemeinde Malta an Herbert Pöllinger, das er für sein jahrelanges musikalisches Wirken in seiner Heimat von Bürgermeister Hanspeter Schaar erhielt.
Auch von Seiten der Kärntner Landesregierung wurde gratuliert: man lobte den Einsatz und die Freude Herbert Pöllingers für seinen Beruf, der als erster Harmonikalehrer Kärntens dieses Instrument mit vielen, immer wieder neuen Ideen nach wie vor mit Begeisterung spielt und unterrichtet.
Durch das Programm führte Manfred Tisal, Ehrengast der Veranstaltung war der bekannte Komponist Joze Burnik aus Slowenien, Sepp Forcher von "Klingendes Österreich", der Polkakönig Slavko Avsenik und Frau Mag. Barbara Ladstätter (Musikschulwerk) drückten schriftlich ihre guten Wünsche zum Gelingen der Veranstaltung aus.
Insgesamt waren die Musikschulen Gmünd, Rennweg, Spittal/Drau und Radenthein vertreten. Das Einzugsgebiet von Herbert Pöllingers Harmonikaschülern erstreckt sich jedoch viel weiter: von Ebene Reichenau, Lesachtal, oberes Drautal, bis ins Lungau.
Dirigiert von Herbert Pöllinger, der als ehemaliger Militärmusiker auch den Kapellmeister absolvierte, spielten alle 96 Schüler am Ende des offiziellen Teiles drei Stücke im Orchester. Der folgende Applaus war der Lohn für die lange, harte Probenarbeit.
Zum Ausklang der Feier musizierten dann noch die ehemaligen Schüler von Herbert Pöllinger, für die dieses Klassentreffen der Anlass war, auch auf ihrem Instrument wieder einmal ein paar Stücke zu spielen. Manche sind der Musik treu geblieben, ein paar selbst schon Musiklehrer. Und beim Aufhören wurde, wie bei den Musikanten so üblich, sicher nicht auf die Uhr geschaut.